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Hier finden Sie die Artikelstammliste der Bottwartaler Winzer, Stand 14.06.2018 (PDF Format, DIN A3)

 

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Informationen zu Histamin

Histamin-Intoleranz

Unerklärliche Reaktionen machen manchen Menschen das Leben schwer. Die Beschwerden reichen von Müdigkeit, Kopfschmerzen, Bauchgrimmen bis zu Hautrötungen, Herzklopfen, Schwindelgefühl, Blähungen, Durchfällen und Erbrechen – nicht selten in Kombination miteinander. Die Ursache bleibt oftmals im Dunkeln, denn Allergietests und andere Untersuchungen liefern keinen Befund. Eine Erklärung kann ein Mangel an bestimmten Enzymen sein, die im Darm den Botenstoff Histamin abbauen. Man spricht dann von einer Histamin-Unverträglichkeit oder Histamin-Intoleranz.

Histamin ist ein natürlicher Botenstoff – er wird im Körper selbst gebildet und erfüllt seine Aufgaben im ganzen Organismus. Biochemisch gesehen ist Histamin ein biogenes Amin, eine biologisch aktive Substanz, die wichtige Körperfunktionen beeinflusst. Histamin spielt bei der Immunabwehr eine aktive Rolle, aber auch bei der Regulation der Körpertemperatur, der Steuerung des Blutdrucks und der Schmerzempfindung. Es regt die Magensaftproduktion und die Darmbewegung an und reguliert den Schlaf-Wach-Rhythmus.

Histamin kommt jedoch nicht nur im menschlichen Körper vor, sondern ist von Natur aus auch in vielen Lebensmitteln enthalten. Der Verzehr histaminhaltiger Nahrung ist in der Regel unbedenklich, da der Stoff normalerweise von körpereigenen Enzymen abgebaut wird.

Eine Histamin-Intoleranz oder ist keine Allergie, es kommt also nicht zur Bildung von Antikörpern, sondern eine Enzym-Mangelerscheinung. Durch den Mangel zweier Enzyme kann der Körper das aufgenommene Histamin nicht ausreichend oder nicht schnell genug abbauen und es kommt zu den bekannten unangenehmen Symptomen. Eine Histamin-Intoleranz entsteht durch ein Ungleichgewicht zwischen der körpereigenen Produktion von Histamin, der Histamin-Aufnahme über die Nahrung und dem Abbau von Histamin.

Histamin steckt von Natur aus in nahezu allen Lebensmitteln, sodass es praktisch keine Lebensmittel ohne Histamin gibt. Besonders viel Histamin enthalten eiweißhaltige Lebensmittel und Produkte, die einem Reifungsprozess oder einer längeren Lagerung unterliegen, beispielsweise Hartkäse, abgepacktes Hackfleisch, Fisch (aus der Frische-Theke), Salami, Schinken, Konserven, Fertiggerichten oder Wein.

Es gibt aber auch Lebensmittel, die verstärkt Histamin aus den Speicherzellen im Körper freisetzen, dazu gehören insbesondere Tomaten, Auberginen, Ananas, Erdbeeren, Zitrusfrüchte und Nüsse, aber auch Glutamat und Sulfite. Daneben kann Stress zu einer gesteigerten Histamin-Ausschüttung führen.

Der Histamingehalt in einem Lebensmittel kann leider nie genau vorausgesagt werden, da er abhängig vom Herstellungs- und Reifeprozess des Lebensmittels ist. Allgemein kann man sagen, je länger ein Lebensmittel reift oder lagert und je stärker es verarbeitet ist, desto mehr Histamin beinhaltet es.

Histamin in Alkohol: obergärige Biere wie Weißbier oder Hefeweizen, aber auch Rotwein, Champagner, Dessertwein und Liköre enthalten größere Mengen Histamin.

Einige Weininhaltsstoffe zeigen ein Potential zur Unverträglichkeit – dies betrifft sowohl Rot- als auch Weißweine, obwohl Rotwein erfahrungsgemäß ein höheres Risiko dafür birgt. Die Bildung von Histamin im Wein wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst – dem Klima, der Qualität des Lesegutes, der Art der Weinbereitung (Maischegärung und Biologischer Säureabbau) und der Lagerung.

Weißweine enthalten durchschnittlich weniger als 1 mg Histamin /L, Rotweine dagegen häufig drei- bis viermal mehr. Dies liegt an der sogenannten Maischegärung und dem verstärkten Biologischen Säureabbau in der Rotweinherstellung.

Etwa 1% der Bevölkerung in Deutschland ist von einer Histamin-Intoleranz betroffen. Frauen leiden mit 80% deutlich häufiger unter dieser Unverträglichkeit als Männer. Meist tritt sie im mittleren Lebensalter zwischen 35 und 45 Jahren in Erscheinung – oft auch gleichzeitig mit einer echten Allergie oder einer anderen Unverträglichkeit. Eine Histamin-Intoleranz ist nicht heilbar, aber die Beschwerden lassen sich meist über eine Ernährungsumstellung gut in den Griff bekommen

Quellen:

www.deutscheweinakademie.de, www.mylife.de, www.alles-essen.de