Beerenauslese oder Eiswein?

 

Es ist immer eine schwere und risikobehaftete Entscheidung im Herbst: Lässt man Trauben am Stock hängen oder erntete man sie direkt ab?! Wir haben uns im Oktober 2018 mit einer Fläche von x Ar bester und gesunder Riesling-Trauben dazu entschlossen, diese am Stock zu belassen, mit dem Risiko, dass die Trauben dann eventuell nicht mehr gekeltert werden können. Aber wichtiger ist die CHANCE!

Am 22. Januar 2019 wurde bei unserem Mitglied Andreas Siegele eine Riesling Beerenauslese gelesen. Etwas Besonderes, denn nicht jeder Winter bringt einen so hohen Frost mit sich. Und wie war es denn nun?

Sandra Glanzmann (Bottwartaler Winzer eG, Großbottwar), die zum ersten Mal mit dabei war: „Es ist ungewöhnlich: Man beginnt – es ist noch dunkel, kalt, neblig und man sieht gar nicht mit wem man zusammen arbeitet. Erst später, wenn der Tag erwacht und die Sonne aufgeht, was ein absolutes Highlight im Weinberg ist, sieht man alle Helfershelfer.

Wir waren ein fröhlich Gruppe von ca. 15-20 Personen – bunt gemischt aus Kollegium und Winzerfamilien. Ein gefrorene Traube habe ich auch probiert – zuckersüß! Wir hatten viel Spaß und beim anschließenden Frühstück im Wengerthäusle, geheizt mit Kachelofen, war die Stimmung super! Es war einfach nur toll!“

 

Anton Troll, Kellermeister, beschreibt die "Letzte Fuhre des 2018er Jahrganges: "Die Beerenauslese haben wir geplant und wählten hierfür einen Riesling-Weinberg aus, der im Oktober noch kerngesund und zu diesem Zeitpunkt eine hervorragende Spätlese-Qualität eingebracht hätte. Am 22. Januar 2019 war es soweit: -8°C gefrorene Trauben und ein Mostgewicht von 140°Oe! Nun "blubbert" der Wein im Keller und reift vor sich hin: ob wir uns für einen Eiswein oder eine Beerenauslese entscheiden? Die Option wollen wir uns offen lassen ...!"

Und was sagt der Wengerter selbst? 

Lassen wir Andreas Siegele auch zu Wort kommen: "Ich, Nebenerwerbswinzer aus Leidenschaft, habe keinen Moment gezögert als ich gefragt wurde, ob ich meine Riesling Trauben für eine spätere Lese hängen lassen würde - was natürlich auch mit einem gewissen Risiko für mich behaftet ist.

Aber ich finde es spannend, die Veränderung der Trauben zu beobachten um dann vielleicht, mit Glück und Forst, eine Spezialität ins Glas zu bekommen - aber auch eine Idee umzusetzen, bei der das Ende ungewiss ist und man zum Schluss, viel Mühe und Energie eingesetzt hat und dann war alles  "just for Fun”? Aber es ging mit dem 2018er Jahrgang ja gut...

Die Lese bei Vollmond und klirrender Kälte habe ich nach der ganzen Vorbereitungshektik richtig genossen. Die Morgenstimmung, das heißt das langsame Hellwerden, das diffuse Licht, die Gespräche im Dunkeln (ohne manchmal zu wissen, wer es nun ist), die Kälte, die etwas bizarr, gefrostet wirkende Landschaft, die sich füllenden Wannen und eine ausgelassene Stimmung -  man muss es selbst erlebt haben, sonst kann man es sich nicht vorstellen.

Interessant waren auch die Gespräche vor und nach der Lese. Viele hatten den mit blauen Netzen eingepackten Weinberg  seit Mitte Oktober beobachtet und sind letztlich vom Ergebnis beeindruckt. Was aus den Trauben nun genau wird? Beerenauslese oder Eiswein? Das entscheidet der Kellermeister... - wir sind gespannt!"

 

Was ist eine Beerenauslese?

Seltene Spezialitäten, die ein harmonisches Zusammenspiel von Natur, Weinbau, Winzern und Kellerteam erfordert. So erhält man fruchtige und volle – meist süße Weine, die hervorragend Desserts und Süßspeisen passen.

Berg in Flammen - der Rückblick...

Kurz zusammengefasst - "Schee war´s"... 

 

Wieder einmal wurde bei großartigem Wetter und super Stimmung der Harzberg in Großbottwar stimmungsvoll beleuchtet. Seit Jahren nun schon routiniert, haben die Winzer die Veranstaltung zusammen aufgebaut, sodass es ab 18:00 Uhr losgehen konnte. Sogar das Fernsehen war in diesem Jahr da und hat einen kurzen Bericht gesendet!

Prickelnd wurde gestartet mit einem Glas Rio Secco Weiß und selbstgemachtem Kleingebäck - und so konnte gleich zu Beginn auf einen schönen Abend zusammen angestoßen werden. 

Weiter ging es zu den verschiedenen Stationen, wo die Gäste jeweils ein Glas Kerner, Vinian TL Rosé und natürlich der Harzberg Trollinger erwartete - natürlich gab es auch hier ein herzhaftes Schmankerl dazu. Oben am Harzberg konnte dann zusammen gefeiert werden - und wer dann schon gehen wollte, konnte sich den Abend noch mit einem Betthupferl - einem Glas Gewürztraminer mit einer Gewürztraminer Praline versüßen. 

Bilder: Markus Pantle, Großbottwar

Berg in Flammen 2018 - Stimmungsvoll bei tollem Wetter...

Melina Siegele - warum ich Weintechnologin lernte...

Hallo,

              

mein Name ist Melina Siegele und ich war Auszubildende zur Weintechnologin bei den Bottwartaler Winzern in Großbottwar.

 

Weintechnologin? Was ist das denn? Klingt nicht nach dem ganz klassischen Frauenberuf…

Nein, das ist es sicher nicht. 

 

 

Aber sehr abwechslungsreich, denn hauptsächlich bezieht sich die Ausbildung zur Weintechnologin auf die Kellerwirtschaft, das heißt von dem Moment an, in dem die Trauben von den Winzern in der Kellerei angeliefert werden, ist es dann das Aufgabengebiet des Weintechnologen, diese zu Wein zu verarbeiten.

Nun habe ich meine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Höchste Zeit, die drei Lehrjahre Revue passieren zu lassen. Im Laufe der drei Jahre wurde ich sehr oft gefragt, wie ich als Frau auf die Idee komme die Ausbildung zu absolvieren, leider ist es immer noch eher selten, dass wir Frauen uns dafür begeistern können.

Bei mir ist das aber Familiengeschichte und begann früh, sehr früh. An manches kann ich mich bestimmt auch nicht mehr erinnern – da war ich zu klein. Beginne ich also ab meiner Erinnerung:

Schon mein Opa war im Keller der Bottwartaler Winzer tätig (pst, ja das ist schon etwas länger her), aber das ist der Grund, warum ich mich schon immer für Wein- und Weinbau interessierte. Jahr für Jahr stellte mein Opa auch seinen ganz eigenen Wein für sich her. Interessiert schaute ich immer zu und fand es super, wenn es anfing zu „blubbern“. Heute weiß ich, der Gärprozess beginnt.

Ganz toll war für mich und meinen Bruder der Moment, wenn es bei den Fässern dann „plopp“ machte. Keine Angst, wir waren nie allein im Keller, Opa und Oma waren immer mit dabei und es waren auch nicht viele Fässer – also keine Gefahr durch Gärgase.

Als 4 Jährige fand ich das schon spannend und das hat eben bis heute angehalten. Und dann zu den Bottwartaler Winzern: alles viele größer, viel verschiedener, viel breiter gefächert…: Die Begeisterung für Wein ist mit den Jahren gestiegen und es ist für mich eine Ehre solch ein besonderes Kulturgut wie Wein herstellen zu dürfen.

In den drei Jahren habe ich so viel über Wein gelernt und es macht immer noch Spaß neue Dinge zu entdecken und auszuprobieren. Heute kann ich auch verstehen, warum mein Vater mit großer Freude den Weinbau betreibt und es als entspannend ansieht, nach einem anstrengenden Arbeitstag, in die Weinberge zu gehen und sich um seine Rebstöcke zu kümmern.

Melina Siegele

Bottwartal erleben... Eine Geschichte zum Wunnenstein

Bottwartal erleben... Eine Geschichte zum Wunnenstein

 

Anna Susanna,
Mußt schweba und hanga,
Ufem Wünstemer Berg,
Mußt läuta und schlaga,
Mußt 's Wetter verjaga,
Und hüta das Feld.
Anna Susanna!

Tust lieblich erklinga!
Wir steiga und singa,
Und komma von fern.
Du rufst uns den Sega,
Des Heilands entgega:
Di höra wir gern,
Anna Susanna!

Blick zum Wunnenstein - Bild: Markus Pantle, Großbottwar


 

 

Die Glocke des Wunnensteins

Wunnensteinturm
Bild: Markus Pantle, Großbottwar

Zu Ehren einer gewonnen Schlacht im Juli 1191, baute der Herr vom Wunnenstein auf dem Vorderköpfle ein Gotteshaus in das auch bald eine Glocke mit dem Namen Anna Susanna kam. Man glaubte, dass sie böses Wetter vertreibt.

Tatsächlich – es hagelte selten. Die Stadt Heilbronn wurde hingegen des Öfteren von schwerem Wetter heimgesucht. Und so unterstellt man, die Glocke des Wunnenstein hätten die Unwetter nach Heilbronn geläutet.

Nachdem es nach einigen Jahrhunderten keinen Herren am Wunnenstein mehr gab, ergriffen die Heilbronner die Gelegenheit und kauften die Glocke.

 

Die Bottwartaler beklagten den Verlust, die Heilbronner jubelten, aber nur kurz. Schnell zog ein schweres Gewitter in Heilbronn auf. Gerade noch schafften sie die Überführung der Glocke. Als Anna Susanna an ihrem neuen Platz hin, begann es zu hageln, und zwar heftig – die gesamte Ernte soll verhagelt worden sein. Trotzdem: Nun hatte man ja die Glocke und wollte die Bewohner vor schwerem Wetter mit Hagel warnen, obwohl es schon da war. Egal – man versuchte Anna Susanna zu läuten, die gab jedoch keinen Ton von sich. Wen hatte man mit dem Kauf so verärgert? Vermutlich den heiligen Michael, dem die Glocke ursprünglich geweiht war.

Also, Beschluss gefasst: Zurück mit der Glocke zum Wunnenstein. Weiter vom Pech verfolgt erreichten sie – sehr zur Freude der Winzerhausener – den Wunnenstein und brachten alles wieder auf Anfang. Anna Susanna war wieder an ihrem Platz und läutete bereits abends wieder zur Nacht.

1555 ließ Herzog Christoph die Kirche niederreißen und die Glocke kam in eine neue Kirche. Im 30-jährigen Krieg nahmen die Schweden sie mit und gaben ihr dann die Schuld an einer verhängnisvollen Niederlage. Daraufhin sollen sie Anna Susanna bei Lauffen in den „Strudel“ geworfen haben. Hier, so sagt man, soll sie heute noch sein.

Zusammenfassung aus Holder »Der Wunnenstein, Geschichte und Sage.« (A. H.)

Wunnensteinturm - Bild: Markus Pantle, Großbottwar

 


 

riesliano, trollesco und pinotello neu aufgelegt!

Auch Weine brauchen neue Kleider

riesliano, trollesco und pinotello neu aufgelegt!

Die halbtrocken ausgebauten Weine der O-Serie, riesliano, trollesco und pinotello, sind seit 2004 feste Bestandteile im Sortiment der Bottwartaler Winzer und erfreuen sich großer Beliebtheit.

Wie bei allem sind aber mit der Zeit die Kleider abgetragen, nicht mehr up-to-date – einfach out. Dann braucht es etwas Neues! Schon geschehen: neuer Stil, neuer Auftritt! Die Weine wurden dem modernen, jungen Zeitgeist angepasst. Hip erscheinen sie mit neuem Etikett, neuem Karton, neuen Aussagen und einem Geschmack, der heute einfach in ist.

 

Wein ist die Antwort. Was war die Frage?

Nun, was verstehen wir unter den neu aufgesetzten Trendweinen? Einfach unkomplizierte Weine, easy to drink mit einem geringen Alkoholgehalt. Weine, die Spaß machen!

Link zur Pressemitteilung (PDF)