Drei sind keiner zu viel

Neue Struktur im Kellerteam der Bottwartaler Winzer

Ab dem 1. Dezember 2017 wird unser Kellerteam wieder komplettiert. Nach dem Weggang von Eberhard Lang im Sommer dieses Jahres wurde die Stelle des Kellermeisters durch Anton Troll kommissarisch geleitet. Insbesondere über den schnellen und frühen Herbst hat das gesamte Kellerteam vor allem in Spitzenzeiten zusammen gearbeitet und jederzeit an einem Strang gezogen.

Bastian Remkes: „Was die Kollegen im Keller vor allem über die Herbstzeit geleistet haben, verdient allerhöchsten Respekt. Diese Leistung kann man nur als Team bringen und zusammen erreichen. Sicher, es gab hier und da ein paar Bodenwellen, diese wurden von allen hervorragend genommen und geglättet.“ - Da Anton Troll nun aber mehr administrative Aufgaben übernahm, fehlte er im Keller. Half er im Keller, fehlte er im Büro. - „Das war somit für uns keine adäquate Lösung und musste möglichst schnell korrigiert werden.“

Der Zufall führte zu einem Gespräch mit Janina Tacke, die in der Vergangenheit schon einmal u.a. die Leseorganisation betreute. Sie kennt uns, wir kennen sie. Und so wird ab dem 1. Dezember die Stelle des Kellermeisters in verschiedene Teambereiche gegliedert (von links nach rechts):

  • Falk Kießling Dipl.-Ing.  Abfüllung und Weinbereitung
  • Anton Troll Dipl.-Ing.  Kellerführung und Weinbereitung
  • Janina Tacke Dipl.-Ing.  Produktions-Administration und Labor

Bei uns gilt: Drei sind keiner zu viel!

„Wir freuen uns, mit den drei Kollegen ein strukturiertes, aufgeschlossenes und kreatives Team an den Start zu bringen und uns dann vermehrt zukunftsweisenden Projekten zuwenden zu können, die am Ende die beständig guten und dann eben auch innovative Weinideen herausbringen werden.“, so Bastian Remkes.

Link zur Pressemitteilung (PDF)


 

Auch Weine brauchen neue Kleider

riesliano, trollesco und pinotello neu aufgelegt!

Die halbtrocken ausgebauten Weine der O-Serie, riesliano, trollesco und pinotello, sind seit 2004 feste Bestandteile im Sortiment der Bottwartaler Winzer und erfreuen sich großer Beliebtheit.

Wie bei allem sind aber mit der Zeit die Kleider abgetragen, nicht mehr up-to-date – einfach out. Dann braucht es etwas Neues! Schon geschehen: neuer Stil, neuer Auftritt! Die Weine wurden dem modernen, jungen Zeitgeist angepasst. Hip erscheinen sie mit neuem Etikett, neuem Karton, neuen Aussagen und einem Geschmack, der heute einfach in ist.

 

Wein ist die Antwort. Was war die Frage?

Nun, was verstehen wir unter den neu aufgesetzten Trendweinen? Einfach unkomplizierte Weine, easy to drink mit einem geringen Alkoholgehalt. Weine, die Spaß machen!

Link zur Pressemitteilung (PDF)


 

Bottwartal erleben... "Rio" = Winzerhausen?

Einst ein Schimpfwort, heute Synonym und Markenzeichen

In unserer Umgebung steht der Name Rio als Synonym für Winzerhausen. Aber warum?

Lassen Sie uns wieder einmal in der Zeit zurück reisen. 1722 wurde der Pfahlhof in der Nähe gegründet und bot damals auch einen Marktplatz, auf dem sich Spielleute aufhalten durften. In der damaligen Zeit war das ein Highlight der Unterhaltung, das viele Menschen der Umgebung anzog. Hieraus entwickelte sich ein regionales Zentrum von Vergnügen und Konversation, der Tanzplatz wurde zur Attraktion. Damalige Unterhaltung eben…

 

1938 wurde mit dem Bau der Autobahn von Ludwigsburg nach Weinsberg begonnen, der den damaligen Tanzplatz durchquerte. Außerdem gab es zu dieser Zeit eine große Versorgungsbaracke mit Kantine für die Arbeiter der A81.

 

Viele junge Männer und Frauen waren auf der großen Baustelle beschäftigt – die Männer mit dem Bau der Straße, die Frauen mit der Versorgung – harte Arbeit für alle Beteiligten. Die Organisation „Kraft durch Freude“ nahm sich dem Thema Ablenkung an und bot ein umfangreiches Kulturprogramm. Deshalb war insbesondere an den Wochenenden viel Unterhaltung vor Ort – der verlorene Tanzplatz lebte wieder auf, und das über 200 Jahre später!

 

Unter anderem wurde der Film „Stern von Rio“ gezeigt, der sehr erfolgreich war. Lag es daran, dass die Schauspielerin La Jana hier gewagte Ausdruckstänze zeigte? Man kann nur vermuten… Das Titellied „Stern von Rio“ von Rudi Schuricke wurde allerdings zum Hit.

 

So kam die Bezeichnung Rioaner – Autobahner für die bei Winzerhausen versammelten Leute auf. Schon damals nutzten Gastronomen die rege Nachfrage nach Unterhaltung. Die Gründungen der Taverne Gipshütte und dem Restaurant auf dem Wunnenstein gehen auf diese Zeit zurück.

 

Dann wurde die fröhliche Feierkultur durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. 1942 ist die Bezeichnung Rio dann ein Codewort für geheime unbeschwerte Treffen junger Leute in der Gipshütte, die die Rolle des Tanzplatzes als regionaler Treffpunkt übernommen hatte.

 

So wurde aus Winzerhausen langsam Rio. Was anfangs abschätzig gemeint war, galt später als Synonym für Unterhaltung, Gaudi und das Treffen mit Gleichaltrigen. Der Begriff Rio hat sich bis heute gehalten und steht weiterhin dafür.

 

Ein paar Beispiele, wie der Name genutzt wurde und wird und weiterhin für Spaß und Kurzweil steht: Eine überaus populäre Tanzkapelle aus Winzerhausen nannte sich 1945 „Rio Grande“ und ein Tanzkurs im Jahr 1947 wurde mit „Stern von Rio“ betitelt. Der örtliche Skiclub taufte sich erst 1980 „Skiclub Rio“. Und auch wir – die Bottwartaler Winzer – kamen nicht umher, dieses Synonym zu nutzen; steht unser Perlwein Rio Secco doch auch für Spaß, Gaudi, Freude, Freunde…

 

 

Blick vom Wunnenstein (Markus Pantle, Großbottwar)

 

Bottwartal erleben... Papageis perfider Plan?

 

 

Durch das schöne Bottwartal führte in der Vergangenheit die Bottwartalbahn. 1894 wurde zunächst das erste Teilstück zwischen Marbach und Beilstein eröffnet, Ende 1899 die Strecke bis Ilsfeld, im Dezember dann das letzte Stück bis zum Heilbronner Südbahnhof.

 

 

       Offiziell wurde die Bottwartalbahn unter 
       dem Namen Bottwarbahn geführt.
       Unter der Bevölkerung
       etablierte sich jedoch scherzhaft der Name
      „Entenmörder“. Warum? Vermutlich war die Bahn 
      eine enorme Bedrohung für das örtliche Federvieh. 

 

 

 

 

Ob der Papagei sich für seine gefiederten Freunde rächen wollte, ist nicht überliefert. Aber möglich wäre es, sorgte er doch dafür, dass die Bahn zu kurz hielt und niemand der Gäste ein- oder aussteigen konnte. Der Papagei konnte den Pfiff des Schaffners so täuschend echt nachmachen, dass der Zugführer dem Glauben schenkte. Dramen spielten sich ab – beschwerte sich doch unter anderem ein Fahrgast, dass er deshalb zu spät zum Abendessen kam und seine Frau die Maultaschen hätte aufwärmen müssen.

 

Vielleicht hatte der Vogel ein Geschwisterchen in Leipzig? Denn auch hier gab es einen Papageien, der die Trambahn starten ließ, ohne dass Gäste ein- und aussteigen konnten. Hier wurde die Besitzerin ob der steigenden Beschwerden angewiesen, das Tier auf die Rückseite des Hauses umziehen zu lassen. Was der Papagei davon gehalten hat, ist leider nicht bekannt.

 

Zurück nach Großbottwar: Gibt es doch Anekdoten über „fliegende Fische“, als die Bahn einmal mit dem Fischauto zusammenstieß oder umgefahrene Milchflaschen, weil diese zu nahe am Gleis standen.

 

Trotzdem: Die Fahrt auf der gesamten Strecke durch die idyllische Weinbaugegend war ein Vergnügen an sich. Fuhr man nicht nur durch Städte und Dörfer, sondern unter anderem entlang des Neckars, herrlichen Panoramen mit Burgen, Wäldern und bewirtschafteten kleinen Weingärten (im Schwäbischen: Wengert) 

 

Seit den 1990er Jahren gibt es Pläne über eine Reaktivierung der Bottwartalbahn, seit April 2017 wird dies als mögliche Stadtbahnverbindung zwischen Marbach und Heilbronn im Rahmen einer Regionalstadtbahn erneut gefordert und man will dies laut diversen Berichten „zügig vorantreiben“. Interessiert? Weitere Informationen auch unter www.bottwartalbahn.de.


 

Jungwinzer-Weinwagen

In den letzten Wochen haben die Bottwartaler Jungwinzer ein neues Projekt angegangen - den Jungwinzer-Weinwagen.

Angefangen hat alles mit einem alten Ausschankwagen, der Internet gesichtet und ungesehen gekauft wurde. Dieser fristete im badischen ein tristes Leben im Hinterhof und wartete auf bessere Zeiten.

In zahlreichen Abendstunden wurde gemeinsam geplant, dem weißen Weinwagen ein neues Outfit verpasst, die Elektrik erneuert, eine Kühlmöglichkeit und ein Boiler eingebaut, Gläserhalter montiert und manches mehr.

Auch wenn der Wagen noch nicht komplett fertig gestellt ist, wagte man am vergangenen Sonntag auf dem Wunnenstein eine Feuertaufe, die ohne nennenswerte Probleme überstanden wurde. Von den Gästen beim Weinausschank auf dem Wunnenstein kamen zahlreiche positive Rückmeldungen, über die sich die Jungwinzer sehr gefreut haben.

Bereits am kommenden Samstag, den 05.August, findet der Weinwagen seinen nächsten Einsatz beim klingenden Weinberg auf dem Wunnenstein. Wenn alles nach Plan verläuft, wird bis dahin der Weinwagen mit einem nicht übersehbaren „Schattenspender“ erweitert. Weitere kleinere Änderungen folgen dann in den kommenden Wochen.

 


 

Es prickelt im Weinberg – Sektfrühstück in der Natur

 


 

 

 

Sonntag, 9. Juli 2017 - Großbottwar, Harzberg: Wetter, Standort, Gäste, Angebot, Service,
Weinexperte – es passte einfach alles!

 

Am Sonntag, den 9. Juli 2017 fand das erste Frühstück im Weinberg in diesem Jahr statt.

Schon seit Wochen ausgebucht, war die große Unbekannte noch das Wetter. Im vergangenen
Jahr hatten die Gäste mit fast 40°C zu kämpfen und bei den Temperaturen der letzten Woche
hätte es wieder so kommen können. Doch Petrus war unseren Gästen und uns gnädig und
verwöhnte uns mit perfektem Wetter.

 

Und so konnte das Frühstück „Es prickelt im Weinberg“ mit Sekt und Secco starten!

 

Inmitten der Weinberge des Harzberges genossen wir zusammen Bottwartaler Spezialitäten,
regionale Produkte wie Honig, Obst- und Gemüsesorten, hausgemachte Marmelade,
selbstgebackene Schmankerl und vieles, vieles mehr.

 

Die Begeisterung war groß. Kein Wunder, denn oben am Harzberghäuschen kann man
das Bottwartal genießen. Bei guten Wetter, und das hatten wir ja, hat man so eine Aussicht
über das ganze Bottwartal. Und wenn dann noch Essen und Trinken bereit steht – was will
man mehr!

 

Viele Gäste wollen wieder kommen – und das ist auch unser Ziel – Wohlfühlen in einer
angenehmen Atmosphäre in einem Rahmen, der einfach Genuss pur ist!

 


 

Bottwartal erleben... Eine Geschichte zum Wunnenstein

 

Anna Susanna,
Mußt schweba und hanga,
Ufem Wünstemer Berg,
Mußt läuta und schlaga,
Mußt 's Wetter verjaga,
Und hüta das Feld.
Anna Susanna!

Tust lieblich erklinga!
Wir steiga und singa,
Und komma von fern.
Du rufst uns den Sega,
Des Heilands entgega:
Di höra wir gern,
Anna Susanna!

Blick zum Wunnenstein - Bild: Markus Pantle, Großbottwar


 

 

Die Glocke des Wunnensteins

Wunnensteinturm
Bild: Markus Pantle, Großbottwar

Zu Ehren einer gewonnen Schlacht im Juli 1191, baute der Herr vom Wunnenstein auf dem Vorderköpfle ein Gotteshaus in das auch bald eine Glocke mit dem Namen Anna Susanna kam. Man glaubte, dass sie böses Wetter vertreibt.

Tatsächlich – es hagelte selten. Die Stadt Heilbronn wurde hingegen des Öfteren von schwerem Wetter heimgesucht. Und so unterstellt man, die Glocke des Wunnenstein hätten die Unwetter nach Heilbronn geläutet.

Nachdem es nach einigen Jahrhunderten keinen Herren am Wunnenstein mehr gab, ergriffen die Heilbronner die Gelegenheit und kauften die Glocke.

 

Die Bottwartaler beklagten den Verlust, die Heilbronner jubelten, aber nur kurz. Schnell zog ein schweres Gewitter in Heilbronn auf. Gerade noch schafften sie die Überführung der Glocke. Als Anna Susanna an ihrem neuen Platz hin, begann es zu hageln, und zwar heftig – die gesamte Ernte soll verhagelt worden sein. Trotzdem: Nun hatte man ja die Glocke und wollte die Bewohner vor schwerem Wetter mit Hagel warnen, obwohl es schon da war. Egal – man versuchte Anna Susanna zu läuten, die gab jedoch keinen Ton von sich. Wen hatte man mit dem Kauf so verärgert? Vermutlich den heiligen Michael, dem die Glocke ursprünglich geweiht war.

Also, Beschluss gefasst: Zurück mit der Glocke zum Wunnenstein. Weiter vom Pech verfolgt erreichten sie – sehr zur Freude der Winzerhausener – den Wunnenstein und brachten alles wieder auf Anfang. Anna Susanna war wieder an ihrem Platz und läutete bereits abends wieder zur Nacht.

1555 ließ Herzog Christoph die Kirche niederreißen und die Glocke kam in eine neue Kirche. Im 30-jährigen Krieg nahmen die Schweden sie mit und gaben ihr dann die Schuld an einer verhängnisvollen Niederlage. Daraufhin sollen sie Anna Susanna bei Lauffen in den „Strudel“ geworfen haben. Hier, so sagt man, soll sie heute noch sein.

Zusammenfassung aus Holder »Der Wunnenstein, Geschichte und Sage.« (A. H.)

Wunnensteinturm - Bild: Markus Pantle, Großbottwar

 


 

Bottwartaler Geschichten

Der Wasser tragende Esel

Grossbottwar - Hof und Lembach : Erst im Jahre 1740 wurde ein Brunnen gegraben, der tief genug war auch die Burg Lichtenberg mit Wasser zu versorgen. Dennoch musste auch davor die Versorgung gewährleistet sein. 

Heute noch ist der Weg steil und beschwerlich - damals auch - und so wollte man die schweren Wassereimer nicht selbst nach oben schleppen und bediente sich "fleißiger Helferlein" - in diesem Falle einem Esel. Auf jeder seiner Seiten trug der Esel einen Eimer aus Holz oder Leder, der mit einem Gurt über seinen Rücken befestigt war. Und so ging jeden Tag eine Person von der Lichtenberg mit dem Esel in das Tal, sie füllten die Eimer an der Quelle mit Wasser und gingen wieder hoch.

Nach einiger Zeit hatte der Esel den Weg und die Aufgabe gelernt und ging allein zur Quelle und wieder zurück. Er füllte die Wassereimer, indem er sich neben die Quelle stellt, wartete bis der Eimer überschwappte, dann drehte er sich herum oder trat den Rückweg an und brachte den Menschen Wasser.

Eines Tages kam er nicht mehr zurück. An das schlaue Tier sollte aber gedacht werden und so wurde auf dem Weg am Lichtenberg ein Steinkreuz errichtet.

Bei der Flurbereinigung zog das Kreuz um, direkt neben die Quelle - der damaligen Wasserquelle. Ferner sieht man an der Außenwand des ehemaligen Schulgebäudes ein Gemälde, das an den Wasser tragenden Esel erinnert.

 

 

JungWinzer: Ausschank am Wunnenstein

Wie immer am letzten Sonntag im Monat - von Mai bis November - veranstalteten die Bottwartaler JungWinzer beginnend am Sonntag, 28. Mai ihren Weinausschank am Wunnenstein.

Zum Probieren gab es eine Auswahl an Weinen, unter anderem die beiden Klassiker Cuprum Muskattrollinger Rosé QbA und RioSecco weiß, die aufgrund der hohen Nachfrage bei jedem Termin mit dabei sind.

Auch Petrus hatte das Einsehen, so dass sich am Sonntag die trüben Regenwolken rasch verzogen und sich die Sonne zeigte. So stand einem kurzweiligen Nachmittag in geselliger Runde nichts mehr im Wege.

Die Jungwinzer freuen sich über Ihren Besuch.